NOCTURN SPORT

Wie Nocturn Sport seine Wettquoten berechnet

Kein Abschreiben, kein Einkauf: Hier erklären wir offen, wie aus Ergebnissen Wahrscheinlichkeiten und aus Wahrscheinlichkeiten Quoten werden.

Aktualisiert am 5. Oktober 2026

Die meisten Wettanbieter verraten nicht, wie ihre Quoten entstehen. Wir schon. Nocturn Sport berechnet jede Quote mit eigenen statistischen Modellen – wir übernehmen keine Linien anderer Buchmacher und kaufen keine Preise bei einem Quotenlieferanten ein. Dieser Ratgeber erklärt für Neugierige, welche Modelle wir für welche Sportart einsetzen, wie aus einer Wahrscheinlichkeit eine Quote wird und wie gut die Modelle auf echten Daten abschneiden.

Grundidee: erst die Wahrscheinlichkeit, dann die Quote

Jede Quote beginnt als Wahrscheinlichkeit. Wir fragen nicht „Was bieten die anderen?“, sondern „Wie oft gewinnt dieses Team ein solches Spiel?“. Dafür lernen unsere Modelle aus vergangenen Ergebnissen, wie stark jede Mannschaft oder jeder Spieler ist. Erst ganz am Schluss wird aus der Wahrscheinlichkeit eine Quote.

Tormodelle: Fußball, Eishockey, Baseball

In Sportarten mit wenigen, zählbaren Treffern hat jedes Team zwei Werte: eine Angriffsstärke und eine Abwehrstärke. Trifft ein offensivstarkes Team auf eine wacklige Abwehr, steigt die Torerwartung. Beispiel: Das Modell erwartet 1,8 Tore für die Heimelf und 1,1 für die Gäste.

Diese Erwartungen werden in eine Poisson-Verteilung übersetzt. Sie gibt an, wie wahrscheinlich 0, 1, 2, 3 oder mehr Tore sind. Bei 1,8 erwarteten Toren liegt die Chance auf genau zwei Tore bei rund 27 %. Kombiniert man beide Teams, entsteht ein Raster aller Spielstände – 0:0, 1:0, 1:1, 2:1 und so weiter.

Im Fußball fügen wir eine Korrektur nach Dixon und Coles hinzu: Reine Poisson-Modelle unterschätzen torarme Ergebnisse wie 0:0 und 1:1 leicht, und genau diese Ecke wird angepasst. Im Baseball fallen Runs eher in Schüben, deshalb verwenden wir dort eine breitere negative Binomialverteilung.

Aus dem Ergebnisraster lassen sich alle Märkte direkt ablesen: Die Summe aller Felder mit Heimsieg ergibt die 1, die Diagonale das X. Über/Unter 1,5, 2,5 und 3,5, beide Teams treffen und Handicaps folgen auf dieselbe Weise.

Punktemodelle: Basketball, American Football, Rugby

Bei Sportarten mit vielen Punkten rechnen wir nicht mit einzelnen Treffern, sondern mit zwei Größen: dem erwarteten Abstand zwischen den Teams und der erwarteten Gesamtpunktzahl. Beide ergeben sich aus Offensiv- und Defensivratings sowie dem Heimvorteil der jeweiligen Liga. Wir behandeln sie als Normalverteilungen, also glockenförmige Streuungen um den Erwartungswert.

Aus der Verteilung des Abstands entstehen Siegchance (Verlängerung inbegriffen) und Spread, aus der Verteilung der Summe die Hauptlinie für Über/Unter. Beim Rugby kommt eine Dreiwegwette mit Remis hinzu.

Elo-Ratings: Tennis, MMA, League of Legends

Bei Duellen und im E-Sport arbeiten wir mit Elo, dem System, das ursprünglich für Schach entwickelt wurde. Jeder Spieler oder jedes Team hat eine Zahl. Gewinnt der Bessere, ändert sich wenig; gewinnt der Schwächere, verschieben sich beide Werte deutlich. Aus dem Abstand zweier Ratings ergibt sich die Chance auf ein einzelnes Spiel – bei 100 Punkten Vorsprung etwa 64 %.

Daraus berechnen wir ganze Serien: Wie wahrscheinlich ist ein Sieg im Bo1, Bo3 oder Bo5? Wie oft endet ein Bo3 mit 2:0? Auf dieser Grundlage bepreisen wir den Gewinner der Serie, das Handicap von ±1,5 Maps, die Map-Anzahl und jedes mögliche Endergebnis.

Wie gut sind die Modelle?

Ein Modell ist nur so gut wie sein Test auf unbekannten Daten. Deshalb haben wir unsere Modelle auf Spielen geprüft, die sie beim Lernen nie gesehen hatten:

SportartTrainingsspieleTestspiele
Fußball10.7831.973
Basketball8.6651.712

In beiden Tests lieferten die Modelle bessere Vorhersagen als eine naive Basisprognose, die nur historische Durchschnittswerte kennt – gemessen am sogenannten Log-Loss, einem Maß, das falsche Sicherheit besonders hart bestraft. Diese Werte sind an vergangenen Spielen gemessen; die Zukunft bleibt unsicher.

Von der Wahrscheinlichkeit zur Quote: die Marge

Jeder Buchmacher schlägt eine Marge auf. Bei uns wird sie proportional auf alle Ausgänge eines Marktes verteilt: Quote = 1 ÷ (Wahrscheinlichkeit × (1 + Marge)). So bleibt das Verhältnis zwischen Favorit und Außenseiter erhalten – kein Ausgang wird gezielt schlechter gestellt. Die Höhe der Marge legt der jeweilige Betreiber fest. Außerdem liegt jede Quote zwischen einem Mindest- und einem Höchstwert.

Warum wir 1 Minute vor Beginn schließen

Unsere Märkte schließen 1 Minute vor dem Start. Damit ist sichergestellt, dass keine Wette auf ein bereits laufendes Spiel angenommen wird, solange die Quoten noch auf Pre-Match-Basis berechnet sind. Livewetten sind in Entwicklung.

Die Ergebnisse dieser Rechnungen siehst du in unseren Spielprognosen und auf nocturnsport.com. Betreiber, die diese Quoten für ihr eigenes Angebot nutzen möchten, finden alles unter Eigene Quoten und Quotenfeed.

Häufige Fragen

Kopiert Nocturn Sport Quoten von anderen Buchmachern?

Nein. Alle Quoten entstehen in unseren eigenen Modellen aus vergangenen Ergebnissen; es gibt keinen externen Quotenlieferanten.

Was ist ein Poisson-Modell?

Eine Verteilung, die aus einer erwarteten Anzahl von Ereignissen – etwa 1,5 Toren – berechnet, wie wahrscheinlich 0, 1, 2 oder mehr solcher Ereignisse sind.

Wie hoch ist eure Marge?

Die Marge wird vom jeweiligen Betreiber festgelegt und proportional auf alle Ausgänge verteilt. Einen festen Prozentwert veröffentlichen wir nicht.

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